Politische Vorhaben und Wirklichkeit

23. April 2025
Politische Vorhaben und Wirklichkeit

Die Donaustadt ist mit etwa 230.000 Bewohner:innen der am stärksten wachsende Bezirk. Diese Menschen benötigen Wohnraum, der attraktiv und leistbar ist. Realisiert werden zahlreiche Stadtentwicklungsprojekte, teilweise mit privater Finanzierung, so dass die Flächen so eng wie möglich bebaut und maximale Wohnflächen mit minimalem Grünraum geschaffen werden. Die Mischung aus gefördertem Wohnbau und luxuriösen Eigentumswohnungen führt zu Leerstand bzw. Kurzzeitvermietung.
Bei dieser intensiven Besiedelung wird von Politik und Immobilienbrache stets der Vorteil der Donaustadt mit weitläufigen Erholungsräumen hervorgehoben, jedoch verschwinden laufend genau diese weitläufigen oder klein strukturierten Ackerflächen, die das angenehme Klima der Donaustadt ermöglicht haben. Es wird sogar darüber nachgedacht vorhandene Gartenbereiche der alten Siedlungsgebiete zur Nachverdichtung zu nutzen.
Bei all diesen Planungen wird allerdings nicht bedacht, dass die vorhandene und angesiedelte Bevölkerung steigenden Bedarf an Nahversorung mit regionalen Produkten, attraktiven öffentlichen Verkehrsverbindungen (auch innerhalb des Bezirks und ans andere Ende von Wien), ärztlicher Versorung mit allen Fachrichtungen in Gehdistanz, Kinder- und Seniorenbetreuung nicht nur privat finanziert u.v.m. hat.

Die politischen Vertreter haben sehr unterschiedliche Ideen, wie sie die Anforderungen an den Klimaschutz und die Bedürfnisse der Bevölkerung erreichen wollen: der Bezirk soll der lebenswerteste bleiben (Umsetzungsideen???), Gartensiedlungen erhalten, Betonflut und Planungschaos eindämmen, Rückzugsgebiete erhalten, Parkchaos und Öffiüberlastung beenden (wie???), Flächenwidmung anpassen, sinnvolle Fußgänger- und Begegnungszonen einrichten, umweltschonende Mobilität attraktivieren, mehr Bäume zur Kühlung der Straßen pflanzen, Hundefreilaufzonen und Radfahrverbot auf der Donauinsel schaffen, mehr Angebote für Jugendliche und mehr Parkplätze realisieren, Radfahrende gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern nicht bevorzugen, bessere Gesundheitsvorsorge und Primärversorgungszentren einrichten.
Ob sich all diese Ideen gemeinsam, ökologisch im Bezirk umsetzen lassen, bleibt abzuwarten.

Tatsache ist (Werte gerundet, Stand 2024):
Arbeiten und wohnen im Bezirk: 21.000 Menschen (Einpendler 50.000, Auspendler 75.000)
Bezirksausgaben: 21 Mio. EUR davon für Straßen & Verkehr 39%, Bildung 29%, Kultur, Jugendliche, Pensionisten 11%
Bevölkerungsentwicklung (2014-2024): +31% (Simmering bzw. Favoriten +18%, Wien +14%)
Hunde: 42 (3 in Wien) pro 1000 Bewohner
Hundeauslauffläche: 12m² (20m² in Wien) pro Hund
Autos: 410 (360 in Wien) pro 1000 Bewohner

Info: Donaustadt in Zahlen (MA23) vom 2024
Info: Donaustadt Statistik (MA23)
Info: Wien Statistik (MA23)

Medienbericht: Kronen Zeitung Wien vom 23.04.2025
Medienbericht: Kronen Zeitung Wien vom 23.04.2025
Medienbericht: Kronen Zeitung Wien vom 18.2.2026

siehe auch: https://www.wien.gv.at

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