
Mit dem Heranrücken der russischen Truppen werden im Februar 1945 sämtliche Schulen geschlossen und die Kinder evakuiert. Lange Flüchtlingsströme volksdeutscher Familien ziehen mit ihren Pferdewagen aus dem Banat und der Batschka herauf, einige von ihnen bleiben auf ihrem Durchzug in Hirschstetten und finden hier eine zweite Heimat.
Am 12. März 1945 erfolgt der dritter Großangriff, der wieder den alten Ortskern von Hirschstetten, jedoch auch das Fabriksgelände der Wagner-Biro (mit Russenlager) trift. Wieder werden Bauern- bzw. Wohnhäuser, das Schloss der Familie Pirquet und auch das Postamt, das sich im Personaltrakt des Schlosses auf der Hirschstettnerstraße 87 befindet, durch Bombentreffer zerstört.
Nur das Straßenportal mit dem Wappen an der Hirschstettner Straße, Reste des Eckpavillons, Teile der Gartenmauer und die Schlosskapelle mit dem Altarbild Maria Immaculata aus dem 18. Jahrhundert blieben erhalten.
Auch das kostbare, von Daniel Gran stammende Deckengemälde im Schlosssaal, kann nicht gerettet werden. Der gegenüber dem Schloss liegende Wirtschaftshof des Besitzers Andre wird ebenfalls arg beschädigt.

Im Kampf um Wien wird die Brücke schwer beschädigt.
Noch im selben Jahr wurde sie wieder provisorisch in Stand gesetzt.

Am 2. April wird Wien zum Verteidigungsbereich erklärt. Frauen und Kinder werden angewiesen die Stadt zu verlassen und in weiter westlichen Gebieten Zuflucht zu suchen. Der letzte Evakuierungszug für die Zivilbevölkerung verlässt am 3. April den Bahnhof Stadlau.
Auf Grund der aussichtslosen Situation soll die Reichsbrücke von deutschen Truppen gesprengt werden. Jedoch werden die vorbereiteten Sprengladungen von Widerstandskämpfern beseitigt. Auch die neuerlich angebrachten Sprengladungen werden unschädlich gemacht, so dass in der Nacht zum 13. April von Booten der sowjetischen Donauflotte aus die Brücke besetzt wird.
So bleibt die Reichsbrücke als einzige Donaubrücke zwischen Linz und Budapest erhalten. Sie ist für die Versorgung Wiens und den Beginn des Wiederaufbaus von besonderer Bedeutung.
Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: In Wien dauern die schweren Straßenkämpfe an.
Das sowjetische Oberkommando veröffentlicht nachmittags folgende Sondermeldung: Am 13. April nahmen die Truppen der 2. Ukrainischen Front nach heftigen Kämpfen die Hauptstadt Österreichs, Wien ... ein.

Nachdem das Schulgebäude in der Stadlauer Straße durch die russische Besatzungsmacht erheblich beschädigt wurde, wird der Unterricht erst nach den Aufräumungsarbeiten am 3. November 1945 behelfsmäßig aufgenommen.
Der Schulbetrieb normalisierte sich aber erst im Unterrichtsjahr 1947/48.
Die Aufgaben der städtischen Müllabfuhr, der Straßenreinigung, des Winterdienstes und der öffentlichen WC-Anlagen werden der MA 48 zugeordnet.
Der Wiener Landtag beschließt (gemeinsam mit Bund und Niederösterreich) Donaustadt als neuen Namen für 22. Bezirk, der ab 1938 als Großenzersdorf (heutige Schreibweise Groß-Enzersdorf
) ein Teil von Groß-Wien war. Die Grenze zu Floridsdorf wird nach Nord-Westen verschoben und einige Umlandgemeinden werden wieder an NÖ zurück gegeben.
Durch den Zusammenhalt und die gemeinsame Anstrengung, konnten sämtliche Kriegsschäden bis 1948 beseitigt werden.
Jeder Siedler leistet, durch einen Beschluss der Generalversammlung (1945) festgelegt, 150 Aufbaustunden.
Bald nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurde mit den Instandsetzungsarbeiten und mit dem Bau von Wohnungen begonnen. Die Wohnungsnot war unvorstellbar groß geworden. Am Stadtrand wurden Siedlungsgebiete in aufgelockerter Form mit grüner Umgebung erschlossen.
So entstand im Rahmen der sozialen Wohnbautätigkeit der Gemeinde Wien im im Bereich Maschlgasse eine der größten Siedlungsanlagen der Nachkriegszeit.
Im Rahmen der Gundsteinlegung sprach der damalige Bürgermeister Wiens, Theodor Körner, folgende Worte: Der Siedlung Friede und Wohlstand, den Kindern Lebensfreude, den Frau und Männern Arbeit und Erfolg, den Alten Ruhe und Geborgenheit, den Generationen in ferner Zukunft Freiheit.
Der von der Arbeitsgemeinschaft der Architekten Omasta, Sammer und Zügner entworfene Bau besteht aus 89 Einfamilien- und 63 Mehrfamilienhäusern mit zusammen 347 Wohnungen. Baukomplex: 104.490 Quadratmeter. An der Vorderfront eines Mehrfamilienhauses bindet sich ein Sgraffito, das den Bauernführer Hans Kudlich (1848) darstellt. Die durchschnittliche Bodenfläche einer Wohnung beträgt 64,1 Quadratmeter. In dem Bestreben, viele Grünflächen zu schaffen, wurden nur 15,4% des Bauareals, das sind 16.244 Quadratmeter, verbaut.
Die Bauzeit dauerte vom 12. April 1948 bis zum 17. April 1950. Die Gesamtkosten betrugen S 27,855.000. Zur Zeit der Eröffnung war die Siedlung von 911 Erwachsenen und 661 Kindern bewohnt
Die Errichtung der Neuen Siedlung
zwischen Gladiolenweg und Maschlgasse bringt neue Einkaufsmöglichkeiten in der Maschlgasse 124 nahe der Quadenstraße.
Eine Besonderheit dieser Geschäfte ist, dass deren Besitzer gleich oberhalb des Geschäftslokales ihre Wohnungen haben.
Eisenwaren und Fahrradzubehör bietet Herr Markus in Lokal B.
Später wurde das Sortiment um Schuhe erweitert und den Kunden auch Teilzahlung ermöglicht.
Das Postamt aus Hirschstetten Ort bezieht die neuen Räumlichkeiten (Lokal C).
In Lokal D richtet Otto Deimel einen Friesiersalon für Damen und Herren ein.
Durch eine doppelflügelige Glastüre, als Sichtschutz ist ein Spitzenvorhang über das Fenstergals gespannt, betritt man den Herrensalon. Ein großer Raum mit der mächtigen Auslagenscheibe und einem großen wandfüllenden Spiegel. Moderne bequeme hydraulische Sessel laden die Herren zur Rasur ein.
Rechts geht es weiter zum Damensalon, hier fesseln die riesigen elektrischen Trockenhauben, die mittels Gestänge beweglich an der Wand befestigt sind, den Blick. Die Spiegel sind kleiner, die Einrichtung zierlicher.
Die Wohnung der Familie Deimel befindet sich direkt über dem Salon.