Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) kündigt eine baldige Entscheidung über den Bau des Lobautunnels an, obwohl zahlreiche Gerichtsentscheidungen und Genehmigungen ausstehen. Gemeinsam mit Hartwig Hufnagl, dem Vorstandsdirektor der ASFINAG, werden die Pläne für die S1 - Wiener Außenring Schnellstraße präsentiert, so dass bereits im Frühjahr 2026 mit der Errichtung des 10,8 km langen Abschnittes zwischen Süßenbrunn - Raasdorf - Essling - Groß-Enzersdorf begonnen werden kann.
Bereits vor den 1970er Jahren sollte das Wiener Verkehrsproblem
durch eine weitere Donauquerung und ein Autobahnband durch die Stadt gelöst werden. Versprochen wurde die Entlastung verstopfter Straßen. Trotz zahlreicher Verbreiterungen und zusätzlichen Straßenbauten ist dieses Versprechen bis heute nicht eingelöst und kann auch nicht ohne wirtschaftliches, gesellschaftliches, strukturelles Umdenken verwirklicht werden.
Den Bewohnern von Hirschstetten wurde stets versichert, dass die Stadtstraße (eine Gemeindestraße samt Tunnel) der Reduktion des Verkehrs in den Wohngebieten und bessere Lebensbedingungen bringen wird.
Warum muss die Quadenstraße nun verbreitert werden, mehr Fahrspuren asphaltiert werden, Wiese für verschobene Rad- und Gehwege weichen, wenn die Verkehrsströme weniger werden?
Es bleibt kein Stein auf dem anderen, entfernte Gehsteige deuten die Fahrbahnverbreiterung an. Die Aufbahrungshalle beim Friedhof Hirschstetten wird wohl stehen bleiben. Wird hier die Fahrbahn verschwenkt? Bäume wurden ja schon vor langer Zeit gerodet.
Am Feldrand der Franz-Wels-Gasse parken zahlreiche PKWs, obwohl die Gassenbreite das Parken nicht zulassen würde.
Die U2-Station Lina-Loos-Platz ist immer noch nicht in Betrieb, obwohl das Bauwerk seit Jahren quasi fertiggestellt ist und die parkenden Fahrzeuge im Umkreis den Bedarf bestätigen würden. Die Gestaltung des Zugangsbereichs zum Stationsgebäude ist bereits in Arbeit.
Der Hauptzufahrtsweg An den alten Schanzen zum verkehrsberuhigten Wohnquartier und zur U2-Station wird saniert und erweitert.
Der ostliche Begleitweg zur U-Bahn-Trasse ist bereits mit Fahrbahn, Radweg und Gehsteig asphaltiert und mit Beleuchtungskörpern ausgestattet.
Westlich des Stadtentwicklungsgebietes Oberes Hausfeld ist zwischen U2-Trasse und dem DZH-Lagergebäude die Verlängerung der Lavaterstraße zwischen Aspernstraße und Stadtstraße projektiert.
Die Klimamusterstadt bringt den Auto-Verkehr via Stadtstraße in die Wohnsiedlungen mit Anschlussstellen bei den Blumengärten, beim Hausfeld (Lavaterstraße) und zwei weiteren in der Seestadt. Diese neue Gemeidestraße solle in den Grätzln Verkehr, Lärm, Abgase und Lärm verringen. Derzeit wird die Quadenstraße verbreitert. Für weniger Verkehr?
Die Bewohner der Wohnhausanlage Quadenstraße sollten von den Tunnelbauarbeiten gar nicht betroffen sein, so die Aussage bei den Präsentationen zur Stadtstraße. Die Arbeiten sollten alle unter Tage stattfinden. Doch die Realisierung sah anders aus, die Emichgasse war monatelang Großbaustelle mit Staub, Lärm und Behinderungen sogar für Zufußgehende.
Nun wird versprochen die Bauarbeiten in der Lobau haben keinen Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet! Wer soll dies glauben? Wie sollen die Bauarbeiten ablaufen ohne Lärm, Probebohrungen, Transportfahrten, Erschütterungen, Grundwasserkontakt?
Seit den 1970er Jahren wird die Südosttangente laufend gebaut/erweitert/verbreitert, um Staus im Autoverkehr zu verringern. Offensichtlich konnte das Stauausmaß durch neue und breitere Straßen IMMER NOCH NICHT verringert werden. Warum soll dies mit der Lobauautobahn gelingen?
Am Lackenjöchel bei der Schukowitzstraße kann man seinen Blick über weite Felder: Stadlbreiten, Neurisse, Obere Ried, ... schweifen lassen. Hier am Stadtrand sind noch große landwirtschaftlich genutzte Flächen zu sehen.
Wie lange noch?
Die Stadtentwicklungsgebiete fressen rasant Ackerfächen auf, kleine Parks werden als Highlight mitten in versiegelten Schatten spendenden Wohnburgen beworben. Das Wiener Stadtgebiet wächst leider nicht. Also plant die Stadt voraus, markiert am Flächenwidmungsplan jene Bereiche rot, die noch nicht in den Bebauungsplan aufgenommen sind und versieht sie, bis zum Abschluss der Planung, mit einer Bausperre. Oft kommt es zu Neuwidmungen, so dass diese Flächen für Stadtentwicklung zur Verfügung stehen.
Viel Platz ist nicht mehr. Die Stadt versucht, laut STEP 2035, vermehrt bereits versiegelte Flächen für Stadtentwicklung und Wohnbau zu nutzen.
Eine Wirner Besonderheit bilden jene Grünoasen, die bereits als Landschaftschutzgebiet gewidmet sind und sich dadurch gegen Versiegelung wehren.
Den Anrainern des Bauprojekts Am Rain zwischen Rautenweg 160/162 und Ziegelhofstraße 213/215 zur Errichtung von ca. 500 geförderte Wohneinheiten fürchten um Beeinträchtigung des Ortsbildes von Breitenlee durch die geplante Gebäudehöhe und ein vermehrtes Verkehrsaufkommen im engen Gassenbereich, durch die Zufahrt zur Tiefgarage, das zur Gefahr für Schulkinder werden könnte. Für die Stadt Wien ist die Planung des Projkets allerdings abgeschlossen und möchte keine Änderungen mehr vornehmen.
Im Bereich der Bushaltestelle wird die Breite des Gehsteigs halbiert und bei der Grünfläche zur Gänze entfernt.
Der aufgerissene Teil wird immer breiter, kein Platz für zu Fuss Gehende.
Fast täglich verkünden die Stadtverantwortlichen wie wichtig ein gesunder Lebensraum mit ausreichend Grünflächen und Bäume sind, auch der (Individual-)Verkehr soll reduziert werden und die Lärmbelastung, Abgase und Autos aus den Wohngebieten verschwinden.
Dazu werden Mini-Parks eröffnet, Schotter-Wiesen-Beete angelegt, Straßen aufgerissen, Gleise und Busspur entfernt und die gleiche Anzahl an Fahrspuren und Parkplätzen wieder errichtet.
Die Wissenschaft belegt seit Jahrzehten, dass die meisten Menschen in kürzerer Fahrzeit mit der Bahn befördert werden können. Ein Blick zurück in der Stadtentwicklungsgeschichte zeigt ganz klar, dass noch mehr Straßen nicht die Lösung der Verkehrsprobleme darstellt: Die Süd-Ost-Tangente sollte in den 1970er Jahren das Stauchaos in Wien lösen. Dies ist nicht gelungen. Der Versuch die Anschlussstellen weiter an den Stadtrand zu verlegen und die Anzahl der Fahrspuren auf der A23 stetig weiter zu erhöhen, hat das Problem auch nicht lösen können. Der Vorschlag der Bunten Vögel der ÖVP zur Gemeinderatswahl 1983 zur Erhöhung der Lebensqualität in Wien ist längst (auch von der ÖVP) vergessen.
Daher wird die Stadtstraße, eine Gemeindestraße ohne Gehsteig und Radweg, aber mit meterhohen Lärmschutzwänden, als neuer Zubringer zur überlasteten A23 errichtet. Diese Straße soll die Wohngebiete und Grätzl vom (Individual-)Verkehr entlasten. Zur Erhöhung der Lebensqualität werden bei der Zufahrt Quadenstraße zahlreiche Bäume gefällt, vorhandene Grünflächen versiegelt, die Straßenbreite von 2 Fahrspuren auf mindestens 4 erweitert und Kreuzungen mit Ampeln geregelt, obwohl im Grätzl weniger Verkehr versprochen wird.
Eine großartige Verbindung stellen die Straßenbahnlinien 26 und 27 dar, eigene Gleisbereiche und Vorrangschaltungen bei den Ampeln sorgen für zügiges Vorankommen. Wann wird das langjährige Versprechen, die Linie 25 bis über die Stadtgrenze bzw. in die Seestadt zu verlängen, eingelöst?
Die U2 ist flott unterwegs und ist sehr gut ausgelastet. Wann fährt endlich jeder Zug in die Seestadt und das Intervall, auch in den Tagesrandstunden, verdichtet?
Mit der Schnellbahnlinie S80 lässt sich der Süden bzw. Westen von Wien sehr rasch erreichen, ohne das Zentrum der Stadt queren zu müssen. Wann wird das Intervall verdichtet, in den 1980er Jahren war dies auch möglich, und die Linie über die Stadtgrenze hinaus verlängert, um Pendler aus dem Marchfeld rasch, staufrei und klimafreundlich in die Stadt zu bringen?
Nachdem die Stadt Wien Bereiche des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee erworben hat, die schon teilweise von der Natur zurückerobert wurden, startet die Stadt - mit massiven Fördermittel der EU - das natürliche Industriegebiet in ein Naturschutzgebiet umzugestalten. Dazu werden invasive Gewächse entfernt, um geschützen Pflanzen und Tieren mehr Raum zur Ausbreitung zu bieten.
Es soll ein Naherholungsgebiet mit Wegen und Aussichtplattformen entstehen, um das Erleben der Besonderheiten der Natur zu ermöglichen.
Projektzeitraum bis Ende 2032
Auf einem Feld nahe Groß Enzersdorf beginnen die ersten Arbeiten zur Nord-Ost-Umfahrung von Wien, diese umfasst die S1-Teilstrecke Süßenbrunn - Raasdorf (Stadtstraße) - Groß Enzersdorf, weiters den Anschluss zum Tunnel - 8km Lobautunnel - Anschluss in Schwechat an die A4. Dieses Großprojekt soll die Donaustadt insbesonders die Wohngebiete von Verkehr, Lärm und Abgasen entlasten. Allerdings ist diese Prognose sehr schwer vorzustellen, beachtet man die Vorarbeiten z.B. an der Quadenstraße: Der einst schmalen Allee zwischen den Wohngebieten wurden die Bäume gestohlen, die Fahrbahn auf ein Vielfaches verbreitert und ehemalige Grünflächen versiegelt. Ampelanlagen sollen diese neue Verkehrsentlastung koordinieren.
Stadtplaner bemühten sich bereits kurz nach der Donauregulierung 1875, Wien vor allem den nördlichen Bereich und das angrenzende NÖ mittels eines Straßenbauprojekt durch die Lobau zu beleben. Naturschutz war damals kein Thema. Einen weiteren Versuch eine Autobahn Wien - Brünn - Breslau, durch die Lobau zu errichten, scheiterte und bewahrte dadurch die Au.